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WETTBEWERB Umgestaltung Ortsmitte Lengfeld

1. Preis

in Zusammenarbeit mit Jäcklein Architekten PartG mbB

Der Entwurf gliedert sich geschickt in zwei längs zueinander verschobene und miteinander verschränkte, eingeschossige Baukörper mit Satteldächern, die ihre giebelseitigen Fassaden zu dem nördlich gelegenen Straßen- und Platzraum hin orientieren.
Selbstbewusst stellt sich der Gebäudekörper in den dörflich geprägten  öffentlichen Raum und bietet dabei in Maßstab, Anordnung und Volumen eine neue, erkennbare Mitte, deren Qualitäten im Sinne der Auslobung in hohem Maß  damit im Entwurf umgesetzt wurden.
Es gelingt damit, sowohl dem unmittelbar öffentlich einsehbaren und zugänglichen Straßenraum einen in Größe und Zuschnitt angemessenen Platz, im Sinne eines Dorfplatzes, als auch dem rückwärtigen, zur Kürnach hin orientierten, introvertierten Freibereich, eine hohe gestalterische Qualität zu verleihen und den Freiraum damit differenziert aufzuwerten.
Die Verfasser verstehen es, die beiden Plätze in Ihrer zugedachten Aufgabe stimmig auszuformulieren.
So bleibt der öffentlichkeitswirksame „Dorfplatz“ recht frei und offen, um Raum vor dem Hauptzugang zu geben und die Fassaden der Säle gut in Szene zu setzen, während das Grüne Zimmer an der Kürnach eine Baumpflanzung bekommt.
Die Jury ist sich einig, dass die Tendenzen so stimmen, jedoch beide Orte weiter entsiegelt werden sollten.
Die Eingriffe in das Kürnachbett erscheinen überzogen und würden zu viel des wertvollen Baumbestands opfern. Auch die Furt mit Trittplatten sollte viel bescheidener ausfallen.
Der Neubau mit Platzfläche selbst fügt sich sehr baumschonend ein.
Die Anbindung des  ÖZs stellt einen positiven Beitrag dar, mindestens der breite straßenseitige Gehweg sollte weiterverfolgt werden, ob auch ein zusätzlicher Eingang an der Nordseite des ÖZs realisierbar ist, wäre wünschenswert und zu prüfen.
Die vorgeschlagene Umplanung nördlich des Kreuzungsbereichs bleibt hinter den Möglichkeiten zurück und bietet wenig Mehrwert zum Bestand. Ein dritter, und zwar stark versiegelter Platz wird hier nicht als zielführend betrachtet.
Die klare Formensprache des Entwurfs überzeugt die Jury und orientiert sich mit der traditionellen Bauform an der vorhandenen Bausubstanz des dörflich geprägten Ortskerns. Die Erstellung des Hochbaus in Massivholzbauweise zeigt sich konsequent in ihrer Materialität und auch in den Fassaden, die aus vertikalen Lärchen-Holzlamellen erstellt werden sollen.
Sowohl die dargestellte Verwendung der Holzlamellen als Fassadenbekleidung auf geschlossenen und vor dahinterliegend verglasten Fassadenbereichen als auch die Ausarbeitung des Gebäudeschnitts lassen eine sensible und qualitätvolle Gestaltung im Detail erwarten.
Das Raumprogramm wird in Größe und Zuordnung der Räume auf zwei Ebenen sehr gut erfüllt. Alle Räume sind gut belichtet, die Versorgungsräume liegen als Kern sinnvoll zueinander angeordnet.
Die beiden Räume für Jugend und Mehrgenerationen im Erdgeschoss sind transparent zum öffentlichen Raum hin orientiert und bieten hier Raum für Gruppen oder Verein und stiften damit einen echten Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger von Lengfeld.
Die Barrierefreiheit ist mit dem geplanten Foyer und dem zentral gelegenen Aufzug optimal gewährleistet. Hervorzuheben ist die gelungene Einbindung des überdachten Wartebereichs in die Giebelfront des Gebäudes in unmittelbarer Nähe zur Bushaltestelle.
Die vorgeschlagene Lösung, der Unterbringung der WC-Anlage im gegenüberliegenden Park, wird nicht befürwortet. In der gewählten Grundrissanordnung des Gebäudes erscheint eine integrierte Lösung möglich.
Die Stellung der Baukörper zueinander, die kompakte Form der Gebäudekörper und die geplanten Stützweitenanordnung unter Berücksichtigung der gewählten Materialien lassen auf eine wirtschaftliche Erstellung des Entwurfs schließen. Wünschenswert ist eine weitere Entsiegelung und ökologische Aufwertung des Bereichs zur Kürnach, da der Versiegelungsgrad des Areals insgesamt relativ hoch ist.
Das energetische Konzept soll mittels Verwendung von Geothermie zur Wärme- und Kälteerzeugung und der großflächigen Anordnung von Photovoltaikelementen auf dem Schrägdach umgesetzt werden. Die Verwendung des Baustoffes „Holz“ in Hauptkonstruktion und Fassade ermöglicht eine nachhaltige und ressourcenschonende Verwendung von Rohstoffen.