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statt Landschaft - statt Garten - Vielfalt

Neugestaltung Turmstraße und Zehentgasse, Stadt Heilbronn, 4. Rang

Leitidee und freiraumplanerisches, städtebauliches Konzept
Mit dem Ausbau des Neckarbogens und der Aufwertung der Unteren Neckarstrasse hat sich die Stadt ein reizvolles und potentialreiches Naherholungsgebiet erschlossen.
Der Neckar ist ein Erlebnisraum, der über aufgewertete, stadträumliche Verbindungsachsen in die Innenstadt transportiert werden muss. Die Verbindungsachsen bilden einen lebendigen, multifunktionalen und repräsentativen Stadtraum. Vielfältige Stadtnaturen und integrative Freiräume für eine diverse Gesellschaft bieten attraktive und qualitativ hochwertige Aufenthalts- und Kommunikationsräume zur Entfaltung des gesellschaftlichen Lebens direkt vor der Haustür. Multifunktionale Flächen stärken den gesellschaftlichen Austausch, bieten Chancen zur Entfaltung und fördern den sozialen Zusammenhaltend, letztendlich die Identifizierung mit der Stadt. Die Neuordnung der Verkehrsströme sowie des ruhenden Verkehrs ermöglicht den Mehrgewinn durch eine nachhaltige Raumentwicklung. Die Umsetzung der blau-grünen Infrastruktur schafft klimaangepasste Räume mit einer hohen Biodiversität. Sie gestalten das Wohnumfeld der Stadt. Die gewachsene, transformierte Innenstadt zeigt sich klimagerecht mit resilienten Lebensräumen.
Funktionalität
Die geplante Bebauung im Ideenteil schließt das Wettbewerbsgebiet als nördliche Innenstadtkante zur Mannheimer Strasse ab. Dienstleistung, Wohnbebauung, Gastronomie sowie eine Seniorenresidenz bieten ein Portfolio der Nutzungsmöglichkeit, entsprechend den unterschiedlichen Anforderungen der angrenzenden Gebiete. Eine weitere Quartiersgarage kann im Zuge des Neubaues realisiert werden. Das Gebäude bildet eine geschlossenen, nördliche Kante zur Mannheimer Strasse und eine weiche, aufgelockerte Seite zu dem belebten Stadtraum, der Turmstrasse. Die Flächenverhältnisse in der Turmstrasse werden zugunsten der versicherungsfähigen Flächen verschoben. Der Anschlußbereich zur Gerberstrasse sowie die befestigten Flächen in der Turmstrasse werden mit einem hellen Betonstein, analog im Format auf dem Platz am Bollwerkturm belegt. So wirkt er der sommerlichen Aufheitzung entgegen. Die befestigten Flächen werden unterschiedlich genutzt. Zum Einen für Anliegerstellplätze, bis sie in einer Quartiersgarage abgebildet werden können, zum Anderen dient sie dem Radverkehr, der Anlieferung, dem ROBI, und notwendigen Rettungsfahrzeugen. Im Anschluss an das K3 ist auf einer großen Fläche Platz für Aktivitäten: Markt, Kunst, Kultur, Volleyball und Boccia, um nur einige zu nennen. Modellierte Wiesenflächen, der stattLandschaft,  bieten Raum zur Naherholung. Der Pfühlbach wird an die Oberfläche gebracht und ergänzt den Erlebnisraum mit einem ca. 30 cm tiefen und 120 cm breiten Bachlauf. Der Grossteil des Pfülbaches wird, nach wie vor, verrohrt als Vorfluter in den Neckar geleitet. Weitere Spielbereiche sind in dem nördlichstem Abschnitt der Lammgasse abgebildet.
In der Zehentgasse wird der Anteil der unbefestigten Flächen erhöht. Die Zehentgasse, der stattGarten,
zeichnet sich durch ein Band aus Pflanzflächen und Flächen in wassergebundener Decke aus.
Aussengastronomie, Spiel, Verweilen sowie Parkflächen finden Platz auf den wassergebundenen Flächen. Die Anschlussflächen an die Gebäude werden mit Betonplatten belegt, analog der Turmstrasse. Die befestigten Flächen dienen als Gehweg sowie der Anlieferung und notwendiger Rettungsfahrzeuge.
Verkehr und Erschließung
Die Realisierung der Paula-Fuchs-Allee entlastet die Gerberstrasse bezüglich der Andienung des Bahnhof über das Innenstadtgebiet. Hierdurch werden Verkehrsströme aus dem Innenstadtgebiet in das Umfeld verlagert und die Gerberstrasse ausschließlich für den Zielverkehr genutzt. Vier Parkgaragen sind fußläufig in weniger als 5 Minuten von der Turmstrasse und der Zehentgasse aus zu erreichen. Die Turmstraße und die Zehentgasse sind für den Durchfahrtverkehr geschlossen. Durch den Bau einer weiteren Quartiersgarage im Ideenteil und der Verlagerung des ruhenden Verkehrs in die Parkgaragen kann der Park-Such-Verkehr in diesem Abschnitt entfallen. Die Zehentgasse wird ausnahmslos im Abschnitt Zehentgasse 24 für den Anliegerverkehr und Parkplätze für mobilitätseingeschränkte Bürger sowie von Carsharingfirmen genutzt. Die Straßen entwickeln einen Platzcharakte auf dem Fuß- und Radverkehr konfliktfrei geführt werden kann. Der PKW-Verkehr ist untergeordnet. Das Radtourenetz wird hierdurch im nördlichen Innenstadtbereich ergänzt.
Bus- sowie S-Bahnanschlüsse können auf der Mannheimer Strasse, der Allee und der Kaiserstrasse erreicht werden.
Technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit
Die Umstrukturierung der Verkehrsführung kann mit den Straßenquerschnitten im Bestand erfolgen. Der Umbau der Zehentgasse und der Turmstraße kann im Nachgang realisiert werden. Diese Realisierung funktioniert unabhängig  von der Realisierung des Ideenteils. Das heißt, sie ist mit dem jetzigen Gebäudebestand sowie mit der neuen Bebauung  im Ideenteil kompatibel.
Ausstattungselemente


LICHT
Die vorhandene Seilabhängung der Leuchten wird aufgenommen. Die Leuchten werden durch zeitgemäße Leuchten ersetzt. Effektbeleuchtung in den Pflanzflächen erzeugen eine kleinräumliche Atmosphäre und bilden Akzente. Die Leuchtkörper sind mit LED ausgestattet und werden über Telemanagement gesteuert.
STADTMÖBEL
Sitzbänke, als Holzbohlen werden mit Stühlen ergänzen.
VEGETATIONSKONZEPT
Die Bestandsbäume werden in versicherungsfähige Flächen aufgenommen. Ein differenziertes, biodiverses Vegetationskonzept ergänzt den vegetativen Stadtraum und schafft Lebensräume für Fauna, Flora und die Bewohner. Futterpflanzen für Wildbienen und Schmetterlinge finden Ihre Verwendung. Vegetationselementen, wie Bäumen 2. Ordnung, Sträuchern, Bodendecker und Kräuter bilden strukturreiche Pflanzflächen. Public gardening ist möglich.
Regenwassermanagement
Das Regenwasser wird über Rohrrigolen zu den Pflanzflächen und den Zisternen geführt. Der höhere Anteil an versickerungsfähigen Flächen und der Verdunstung von gespeichertem Regenwassers kühlt die sommerliche Hitze und verhindert die Überwärmung des Stadtklimas. Hitzeinseln werden minimiert, der nächtliche Frischluftaustausch kann stattfinden, das Stadtklima wird stabilisiert. Temporäre Zwischenspeicherung des Regenwasser in Zisternen dient der Bewässerung der Grünanlagen und minimieren die Pflegekosten.

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